AIxIA Conference 2019 - Let's get real about AI!

DIZ 08.10.2019
Photo: Bjoern Pados
Photo: Bjoern Pados

„Deutschland und Frankreich sind die beiden europäischen Schwergewichte in der Entwicklung Angewandter Künstlicher Intelligenz.“ Mit diesen Worten eröffnete Matthias Hornberger, Vorstandsvorsitzender des „Hightech.Unternehmer.Netzwerkes CyberForum“ und Mitbegründer des „Digital Hub Karlsruhe for Applied Artificial Intelligence“, am Dienstag dieser Woche die Konferenz AIxIA. Die Veranstaltung lockte nahezu 300 Teilnehmer in das Karlsruher ZKM | Zentrum für Kunst und Medien. Deren erste Bilanz: ein hochkarätiges und informatives Format, in dem die Zukunft mitgestaltet wird.

Künstliche Intelligenz (KI) ist in aller Munde. Das Trendthema bestimmt gesellschaftliche Diskussionen, beschäftigt die Wissenschaft und verleiht der Wirtschaft mitunter Flügel. Doch wo andere über unterschiedlichste KI-Zukunftsvisionen am liebsten theoretisieren, werden in Karlsruhe Nägel mit Köpfen gemacht. So sieht es zumindest David Hermanns, Geschäftsführer des CyberForum und der DIZ | Digitales Innovationszentrum GmbH, die den de:hub für Angewandte KI koordiniert und die Konferenz ausgerichtet hat. Der Fokus der Konferenz auf „real existierende Anwendungen“ orientierte sich stark an den derzeitigen Bedürfnissen vieler Unternehmen. Das Themenspektrum wurde bewusst so gewählt, dass es für den Einsatz von KI im eigenen Unternehmen inspiriert.

Neben zahlreichen Wirtschaftsvertretern zeigte sich auch die Politik aus Frankreich und Deutschland interessiert an dem offenen Wissensaustausch. Nahezu ein Dutzend hochrangiger Politiker nutzte die Gelegenheit, sich in Karlsruhe über das Thema zu verständigen.

Die baden-württembergische Bundestagsabgeordnete für die Partei Bündnis90/Die Grünen, Dr. Anna Christmann, brachte es am Rande der Konferenz auf den Punkt: „Europa steht vor enormen Herausforderungen, die in einer globalisierten Welt stärker als jemals zuvor gemeinsames Handeln erfordern. Zusammenarbeit über nationale Grenzen hinweg ist daher von herausragender Bedeutung“. Es sei ein starkes Zeichen, so Christmann, dass die Abgeordneten aus Deutschland und Frankreich diese Zusammenarbeit bei dem wichtigen Zukunftsthema Künstliche Intelligenz nun in die Tat umsetzen.

Erst vor einer Woche, am 23. September 2019, konstituierte sich aus einer deutsch-französischen parlamentarischen Versammlung heraus eine Arbeitsgruppe für „Disruptive Innovationen und Künstliche Intelligenz“, deren Sprecherin Dr. Anna Christmann ist. Am Ende des ersten Konferenztages - an den sich ein halbtägiger Workshop für praktische Anwendungen anschloss - schienen sich viele Teilnehmer darin einig, dass es gelungen sei, wirtschaftlich und wissenschaftlich näher zusammenzurücken. Ein Ziel, das sich auch die Arbeitsgruppe um Dr. Anna Christmann auf die Fahne geschrieben hat: „Den Wohlstand von morgen in einer intakten, für den Menschen lebenswerten Umwelt, einer leistungsstarken Wirtschaft und einer pluralistischen und freien Gesellschaft können wir nur erreichen, wenn Frankreich und Deutschland noch näher zusammenrücken und gemeinsam die Innovationen für ein zukunftsfähiges Europa vorantreiben.“

Auch Michael Kleiner, Ministerialdirektor im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau in Baden-Württemberg, betonte in seiner Ansprache: „Im globalen KI-Wettbewerb mit China und den USA brauchen wir mehr Zusammenarbeit auf europäischer Ebene. Frankreich und Deutschland müssen dabei vorangehen. Gut, dass die beiden Länder auf etablierte Netzwerke aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft zurückgreifen können.“ Mit der ersten deutsch-französischen Konferenz für Angewandte KI in Karlsruhe werde die grenzüberschreitende Partnerschaft und Zusammenarbeit in dieser Schlüsseltechnologie weiter vertieft, so Kleiner.

Die Verortung des Kongresses in Karlsruhe – die Stadt wurde seitens der Bundesregierung z um Knotenpunkt (de:hub) für Angewandte KI ernannt – schien klug gewählt, da neben der Nähe zu Frankreich auch das Umfeld aus Wissenschaft, Forschung und mittelständischer Wirtschaft prädestiniert ist, um KI in ihrer Umsetzung voranzutreiben.

Mit der AIxIA 2019 sei ein Grundstock geschaffen für einen konstruktiven Austausch zwischen Frankreich und Deutschland, aus dem heraus sich in Bezug auf das Thema Angewandte Künstliche Intelligenz ein koordinierter europäischer Ansatz entwickeln lasse, so David Hermanns zum Abschluss des ersten Konferenztages. Das europäische Teilnehmerfeld mit Konferenzgästen aus der Schweiz, Ungarn, England und natürlich Frankreich scheint Hermanns Prognose zu bestätigen.