Digital Hub Künzelsau startet

DIZ 29.04.2019

Ein neues Netzwerk für Digitalisierung mit Sitz an der Hochschule in Künzelsau ist mit zwei Millionen Euro Startkapital ausgestattet. Im September geht die Arbeit richtig los.

Pampa? Nein. Im idyllischen Kochertal oberhalb von Künzelsau wird der regionale Digital Hub aufgebaut. Das Handynetz mag an der Hofratsmühle noch mangelhaft sein, aber davon lassen sich die Initiatoren des vom Land mit einer Million Euro geförderten Netzwerks nicht ausbremsen. HF-Con haben sie das mit einer weiteren, von vier Firmen beigesteuerten Million ausgestattete Baby getauft.

Bewusst lehnen sich die Macher um IHK-Präsident Harald Unkelbach und Oliver Lenzen, Rektor der Hochschule Heilbronn, an die landesweit aktive Initiative BW-Con an: Eine eigens dafür gegründete Tochterfirma des privatwirtschaftlich organisierten Wirtschaftsförderungsvereins übernimmt mit Thorben Heinrichs die Geschäftsführung des Netzwerks. Den Sitz wird HF-Con in einem neuen Gebäude auf dem Künzelsauer Campus der Hochschule haben - die Stiftung Würth errichtet dort zurzeit einen Hörsaal und ein Institutshaus.

Ein Gemeischaftsraum für Gründer, Wissenschafter, Techniker und Unternehmer

Eine von drei Etagen des Neubaus bei der Reinhold-Würth-Hochschule soll zu einem Zentrum werden, das die Digitalisierung in den ländlichen Raum und zu kleineren Unternehmen bringen soll. Gründer, Studierende und Professoren, bereits im Berufsleben stehende Techniker und Investoren sollen dort einen gemeinsamen Raum haben, in dem sie ihre Ideen teilen und gemeinsam weiterentwickeln. Das Vorbild für die Idee, das Harald Unkelbach nennt, ist groß: Stanford University in Kalifornien - die Keimzelle des Silicon Valley. Momentan sind die künftigen Büroräume im idyllischen Kochertal noch eine Baustelle, bereits im September soll dort die Zukunft einziehen.

Zuständig für ganz Heilbronn-Franken

Zuständig ist HF-Con im Rahmen der Digital-Hub-Initiative des Landes für die gesamte Region - verschiedene Einrichtungen von der IHK über die Hochschule und die Förderfirma WHF versammelten sich hinter dem gemeinsamen Projekt. Wichtige Vorarbeit hat der Hohenloher Firmenverbund Innovationsregion unter dem Vorsitz von Thomas Philippiak geleistet.

Geschäftsführer Guido Rebstock möchte einen "Hotspot für die digitale Zukunft der Region" aufbauen. Die Innovationsregion organisiert und finanziert derzeit eine Seminarreihe in Zusammenarbeit mit dem renommierten Hasso-Plattner-Institut, bei der die Macher von HF-Con sich mit der Innovationsmethode des Design Thinking vertraut machen sollen. Künftig, so Netzwerk-Geschäftsführer Thorben Heinrichs, könnten solche Seminare von HF-Con angeboten werden.

Von der Kostenlos-Kultur halten Thorben Heinrichs und Mark Doerbeck von BW-Con wenig, und eigentlich auch von staatlichen Fördergeldern für solche Einrichtungen. "Wir arbeiten von vorne herein gewinnorientiert", sagt Doerbeck - die Fördermillion sieht er als Anschubfinanzierung. Nur dann könne man erreichen, dass das Projekt auch nach dem Ende des Förderzeitraums von drei Jahren langfristig weitergehen könne. Dass das möglich ist, zeige BW-Con. "Wir zahlen brav unsere Steuern", so Doerbeck.

Ob sparsame Mittelständer das Angebot dennoch annehmen? "Wir haben schon viele Anfragen", sagt Heinrichs. Auch aus dem Heilbronner Raum. Ziel müsse sein, dass die Angebote so ausfallen, dass die Kunden einen konkreten Vorteil haben.

Hochschulrektor Oliver Lenzen sieht in dem Projekt einerseits eine Chance für den ländlichen Raum, aber genauso für seine Institution, die durch HF-Con besser vernetzt werden soll.

Quelle: stimme.de