EU-Digital-Index veröffentlicht

DIZ 22.05.2018

Die Europäische Kommission gab am 18. Mai die Ergebnisse des Index für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft (DESI) 2018 bekannt, mit dem die Fortschritte der Mitgliedstaaten bei der Internetanbindung, der Verwendung digitaler Kompetenzen im Internet, der Digitalisierung der Unternehmen und digitalen öffentlichen Diensten beobachtet werden. Der DESI macht deutlich, dass die Digitalisierung der EU voranschreitet, die Fortschritte aber noch nicht ausreichen, um sicherzustellen, dass Europa zu den weltweit führenden Ländern aufschließen und die Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten ausgleichen kann. Hierfür ist es notwendig, den digitalen Binnenmarkt so bald wie möglich zu vollenden und mehr in die Digitalisierung der Wirtschaft und Gesellschaft zu investieren.

Hierzu erklärte Andrus Ansip, der für den digitalen Binnenmarkt zuständige Vizepräsident der Kommission: „Dies ist ein - wenn auch kleiner - Schritt in die richtige Richtung hin zur Digitalisierung. Die EU insgesamt macht zwar Fortschritte, diese reichen aber noch nicht aus. Gleichzeitig sind in anderen Ländern und Regionen der Welt raschere Verbesserungen zu verzeichnen. Deshalb sollten wir mehr in die Digitalisierung investieren und zudem den digitalen Binnenmarkt so bald wie möglich vollenden, damit die Leistungsfähigkeit Europas im digitalen Bereich verbessert wird und wir erstklassige Netzanbindungen, Online-Dienste der öffentlichen Verwaltungen und einen lebendigen elektronischen Handel bekommen.“

Deutschland nimmt unter den 28 EU-Mitgliedsstaaten den 14. Platz ein. Insgesamt hat das Land im vergangenen Jahr Fortschritte gemacht. Deutschland ist bei der Festnetzbreitbandnutzung und den diesbezüglichen Preisen gut aufgestellt. Die digitale Kluft zwischen Stadt und Land bezüglich der Versorgung mit schnellen Internetanschlüssen ist jedoch nach wie vor offensichtlich, und der Anteil der Glasfaseranschlüsse ist im ganzen Land sehr niedrig. Die Deutschen verfügen über gute digitale Kompetenzen (Rang 7), der Fachkräftemangel im IKT-Bereich könnte das Entwicklungspotenzial der deutschen Wirtschaft allerdings ausbremsen. Beim Online-Einkauf sind die Deutschen besonders aktiv und deutsche Unternehmen nutzen die Möglichkeiten des Internet-Handels. Den größten digitalen Nachholbedarf gibt es bei der Online-Interaktion zwischen Behörden und Bürgern. Nur 19% der Bevölkerung nutzen elektronische Behördendienste. Damit liegt Deutschland unter den Mitgliedstaaten auf Platz 23.

Im vergangenen Jahr hat die EU ihre digitale Leistungsfähigkeit weiter gesteigert und das Gefälle zwischen den am stärksten und den am wenigsten digitalen Ländern weiter (von 36 auf 34 Prozentpunkte) abgebaut.

Quelle: Europäische Kommission