Let’s get real about AI - AIxIA zeigt, wie es geht!

DIZ 03.12.2020

Kernstück der Deutsch-Französischen KI-Roadmap  

Künstliche Intelligenz (KI) hat einen großen Einfluss auf unseren Wohlstand und auf die Nachhaltigkeit unserer Wirtschaft. Dennoch wurden bisher weniger als 10 Prozent der weltweiten Investitionen in KI in Europa getätigt. Die deutsch-französische Konferenz AIxIA verfolgt deshalb auch in diesem Jahr das Ziel, KI aus den Elfenbeintürmen der Wissenschaft auf die Werkbänke der Wirtschaft zu bringen, um zu zeigen, welchen Mehrwert sie schaffen kann. Im europäischen Kontext spielt dabei die Zusammenarbeit zwischen Frankreich und Deutschland eine ganz besondere Rolle.  

Im Oktober 2019 haben sich in Toulouse die deutschen und französischen Minister für Wirtschaft sowie für Forschung und Bildung haben auf einen Fahrplan geeinigt. Diese KI-Roadmap beinhaltet bestehende Kooperationen auszubauen, ein gemeinsames Ökosystem zur Entwicklung neuer Kooperationsprojekte zu schaffen sowie eine gemeinsame Position auf EU-Ebene und eine kohärente EU-Position auf internationaler Ebene zu haben. Die KI-Konferenz AIxIA hat sich dabei zu einem Kernstück dieses Fahrplans entwickelt, die von beiden Ländern und von den Wirtschaftsministern Peter Altmaier und Bruno Lemaire unterstützt wird.  

Eine Plattform für Erfahrungs- und Wissensaustausch  

Künstliche Intelligenz ist eine leistungsstarke Technologie, die zu einer grüneren Welt beitragen und gleichzeitig das Wirtschaftswachstum ankurbeln und Innovationen zum Wohle der Menschheit schaffen kann. Aus diesem Grund hat sich die diesjährige AIxIA mit dem Thema „KI und Umwelt“ beschäftigt und konkrete Geschäftsbeispiele vorgestellt, die den Einsatz von smarten Algorithmen in den Bereich Produktion, Landwirtschaft, Energie, Wasser und Ressourcen zeigten.  

Gennadi Schermann (Co-Organisator der Konferenz und Leiter des DIZ |Digitales Innovationszentrum, das den Digital Hub Angewandte KI koordiniert) und Gaëlle Pinson (Co-Organisatorin und General Manager des Hub France IA) eröffneten die Konferenz und begleiteten durch den Tag. Sie begrüßten die hochkarätigen Referenten aus Deutschland und Frankreich sowie politische Vertreter aus Berlin, Paris, Baden-Württemberg und Grand Est und betonten die Wichtigkeit der deutsch-französischen Zusammenarbeit im Bereich KI.  

Nach weiteren Grußworten von Thomas Jarzombek (Beauftragter für die digitale Wirtschaft und Startups und Koordinator der Bundesregierung für die deutsche Luft- und Raumfahrt) sowie Christel Fiorina (Koordinatorin der französischen KI Strategie für die Wirtschaft), wurde exklusiv die erste European AI & Climate Landscape der European Applied AI Alliance vorgestellt.  

Anwendungsfälle der KI in Energie, Wasser und Ressourcen? 

Der erste Teil der Sessions war dem Thema KI im Bereich Energie, Wasser und Ressourcen?gewidmet. Nach dem Einführungsvortrag von Naïg Cozannet (Agence Française de Développement) folgten Vorstellung der konkreten Business Cases von Dr. Michael Klingel (Netze BW / EnBW), Jean-Emmanuel Gilbert (Aquassay), Dr. Cyrille Waguet (incontext technology GmbH) sowie Dr. Gilles Rabin (CNES). Dieser betonte in seinem Vortrag über Künstliche Intelligenz an Bord von Satelliten, dass man die richtigen Daten zur Verfügung stellen müsse, um mit Künstlicher Intelligenz nicht nur innerhalb des französischen Systems, sondern auch innerhalb Deutschlands, Europas und der Welt zu arbeiten.  

AIxIA als Katalysator für die Zusammenarbeit zwischen Baden-Württemberg und Grand Est  

Das Nachmittagsprogramm wurde mit den politischen Grußworten von Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut (Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg) sowie François Werner (Vizepräsident der Koordination für Europa, Hochschulbildung und Wissenschaft der Region Grand Est) eröffnet. Dabei hat sich gezeigt, wie wichtig die Zusammenarbeit der beiden Nachbarregionen im deutsch-französischen KI-Kontext sei und wie die regionalen Ökosysteme wie in Karlsruhe dazu beitragen können. Anschließend wurde neue die deutsch-französische Studie “AI from Hype to reality for the energy sector” von Lisa Kratochwill von der deutschen Energieagentur DENA vorgestellt. Stéphane Canu (französisches Wissenschaftsministerium) hat anschließend aufgezeigt, welche Fördermöglichkeiten für gemeinsame deusch-französische KI-Projekte bereitgestellt werden, um die Zusammenarbeit zwischen Baden-Württemberg, Grand Est, Deutschland und Frankreich zu intensivieren.  

KI in der verarbeitenden Industrie, Lebensmittelindustrie und Landwirtschaft 

Im zweiten Teil der KI-Konferenz lag der Fokus auf Anwendungsfällen der KI in der verarbeitenden Industrie, der Lebensmittelindustrie und der Landwirtschaft. Laut Dr. Hannes Sieling (BlueYonder) sei die größte Herausforderung der Frischwarenindustrie unsere Erwartung, rund um die Uhr frische Lebensmittel verfügbar zu haben. In seinem Vortrag „AI-Enabled Price Markdowns for Groceries in Real-Time” erklärte er, wie mittels Preissenkungen durch Künstliche Intelligenz die Lebensmittelabfälle verringert werden können. Außerdem gab es weitere spannende Vorträge von Prof. Dr.-Ing. Gisela Lanza (Karlsruher Institut für Technologie), Korbinian Weiß (TRUMPF Werkzeugmaschinen), Guillaume Cazenave (Two-I) und Sébastien Picardat (Agdatahub).  

Die Startup Pitches haben gezeigt, wie viel Innovationspotential in den beiden Ländern steckt und wie Startups zur Beschleunigung der Anwendung der KI in Unternehmen beitragen können.  

Das Abschlusspanel wurde dem Thema der europäischen KI-Infrastrukturen im Zusammenhang mit dem European Digital Deal gewidmet und der Frage, wie sie zur Lösung aktueller Probleme, zur Schaffung neuer Geschäftsmodelle und zur Stärkung der grenzüberschreitenden Partnerschaften beitragen kann.  

Die KI-Konferenz AIxIA demonstrierte, dass die Kooperation zwischen Deutschland und Frankreich bezüglich KI kein Wunschdenken mehr ist, sondern dass es konkrete Projekte gibt. Diese Zusammenarbeit wird in Zukunft weiter intensiviert durch Austauschrunden, Arbeitsgruppen, die 2021 von dem Hub France IA sowie dem Digital Hub für Angewandte Künstliche Intelligenz Karlsruhe initiiert werden. 

Alle Informationen rund um die Konferenz werden in den nächsten Tagen auf der Webseite www.aixia.eu veröffentlicht. Außerdem können Sie der AIxIA auf Twitter folgen sowie dem Digital Hub Karlsruhe auf LinkedIn, um weiterhin informiert zu bleiben.